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Viernes Deciembre 2

Tjaa amigos,

so schnell kann es wohl gehen. Meine Zeit im Büro von I love Chile ist irgendwie schon vorbei, schade eigentlich, mir hat es wirklich Spaß gemacht. Aber jetzt kommt ja doch auch durchaus etwas neues schönes : Das Reisen!

Nächster Halt: Torres del Paine Nationalpark - Ich gehe wandern, oh jaa, wandern, richtig gehört. 

Melde mich danach mit einem kleinen Bericht

machts bis dahin Gut

Sven

2 Kommentare 2.12.11 21:35, kommentieren

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Nachtrag San Pedro

Wir haben am Freitag morgen um 5 Uhr ein TransVip-Shuttle zum Flughafen genommen, da waren wir eine Gruppe von etwa 15 Personen war es billiger als ein Taxi. Weil ich in der Nacht nur etwa 3 Stunden geschlafen hatte war nicht viel mit dem wunderschönen Anblick der Anden aus dem Flugzeug, stattdessen hab ich die anderthalb Stunden noch mal zum weiterschlafen genutzt.

Der ursprüngliche Plan für den Tag war es, die Minen in der Nähe von Calama direkt nach unserer Ankunft dort zu besuchen, aber das Bergbauunternehmen erzählte uns, dass es zu gefährlich wäre, weil es zu windig war. Also gingen wir zum Terminal de Buses von Turbus und Pullman, dort hätten wir allerdings führ mehr als 3 Stunden warten müssen. Dementsprechend haben wir uns für eine kleinere Busunternehmen entschieden. In Calama sollte man gut auf sein Gepäck aufpassen! Der Rucksack von einem der Mädels unserer Gruppe wurde gestohlen, mit ihrer Kreditkarte, Netbook, Bargeld im Wert von über 200 € und einer brandneuen Soft-Shell-Jacke. Obwohl wir die ganze Zeit beim Gepäck saßen, hat es doch jemand geschafft irgendwie ihre Tasche zu klauen.

Unsere Gruppe war im Backpackers Hostel in San Pedro, das wirklich ganz schön ist: Mit Feuerstelle und hauseigenem Grill zum benutzten im Hinterhof und dazugehörigen Hängematten und liegen.


Freitag Nachmittag waren wir dann Sandboarden und danach haben wir uns den Sonnenuntergang im Valle de la Luna angeschaut.Es wird  eiskalt, sobald die Sonne untergegangen ist, also wäre warm anziehen angesagt gewesen, naja gut das wussten wir dann für die nächsten Tage. Der Tag endete für uns in einem Restaurant in der Nähe des Büros von Turbus, wo wir wirklichlecker gegessen haben und es war auch nicht zu teuer, etwa CLP $ 4.000 für einen großen Teller in Kombination mit einem Glas Wein, rot oder weiß.

Samstag morgen haben wir uns ein Fahrrad gemietet und sind  zu den Ruinen von Quitor ca. 3 km nördlich von San Pedro de Atacama gefahren. Quitor war einer der letzten Festungen der Inka und wehrte mehrere Angriffe von den spanischen Eroberern ab, darunter Pedro de Valdivia. Eigentlich wollten wir den alten Tunnel nach Argentinien sehen, aber wir hatten nicht genug Wasser dabei, also haben wir uns entschieden nach San Pedro zurückkehren, auch um pünktlich für den Start der nächsten Tour wieder dort zu sein. Auf dem Rückweg kamen uns dann mal eben zwei LKW voll mit Porsche entgegen! Warum braucht man bitte einen Porsche mitten in der Wüste, wo man ihn sowieso nicht fahren kann und man jeden Augenblick um Kratzer im Lack fürchten muss?


Am Nachmittag nahmen wir eine geführte Tour zur Laguna Cejas, den Ojos de Salar und der Laguna Tebinquinche, die etwa vier oder fünf Stunden dauerte. Es war okay, aber nichts Besonderes - floating in den Lagunen ist cool, aber wenn man dann weiß, dass zwei von drei  Lagunen künstlich von Menschenhand geschaffen sind stellt sich die Frage, ob es wirklich Zeit und Geld wert ist.


Was war für Sonntag noch übrig? Zur Vervollständigung des standart Touri-Pakets, haben wir uns entschlossen weiter nach Süden bis zu den Lagunen von Miscanti und Miñiques zu fahren. Beide liegen auf etwa 4.200 Meter Höhe und sind wirklich großartig, die Farbkombinationen sind einfach genial. Bei diser Höhe sollte man dann schon ein wenig mit der Höhenkrankheit aufpassen,  allerdings kann man in fast allen Geschäften in San Pedro Coca Blätter kaufen, die gegen die  Auswirkungen der Höhe helfen sollen. Man kann sie entweder kauen oder einen Tee daraus kochen. Es gibt Bonbons in den Läden. Ich hatte zwar keine wirklichen Probleme, aber manche Leute bekommen ziemlich üble Kopfschmerzen davon. Wenn das der Fall ist, sollte man definitiv eine Pause machen und eventuell auch umkehren.

Nach dem Lagunen haben wir ein sehr leckeres Mittagessen in einem kleinen Restaurant in Socaire bekommen. Wenn es nicht zur Tour gehört hätte, wäre ich allerdings nie auf die Idee gekommen dort anzuhalten, weil es schlicht weg völlig unscheinbar war und genausogut ein Wohnhaus hätte sein können, aber unser Fahrer kannte den es ja zum Glück. Wir hatten einen wirklich sehr, sehr guten Rinderschmorbraten mit Reis, roten Kartoffeln und einem einheimischen Gemüse, dessen Namen ich grade vergessen habe: im prinzip eine Art kleinerer Reis und angeblich extrem antioxidanzreich. Den ganzen Weg zur nächsten Station der Tour habe ich mal wieder verschlafen, aber nach dem Essen schläft sichs nunmal einfach wirklich gut und dazu die Höhe.Ich denke, es dauerte so ungefähr eine halbe Stunde von dort zur Lagune Chaxa, wo man Flamingos beobachten kann. Die Lagune ist nur 20 Minuten vom Toconao entfernt, genau in der Mitte des Salzsees, der übrigens der drittgrößte in der Welt ist wie uns unser Führer erzählt hat. Nach einem kurzen Stopp inToconao für ein Eis und ein paar Fotos vom Platz mit dem alten Kirchturm ging es dann wieder nach San Pedro.

Am Montag haben wir dann letzendlich doch nocht geschafft, die Tour zu Kupfermine Chuquicamata zu machen, die  ca. 15 Minuten nördlich von Calama liegt.Die gesamte Tour dauert zwei Stunden im Bus mit zwei kleinen Stopps, einer in der ehemaligen Stadt der Minenarbeiter und eines direkt in der Mine. Die Geisterstadt ist irgendwie beeindruckend, weil man denken könnte, dass  jeden Moment jemanden aus den Häusern kommen könnte. Die Mitarbeiter von Chuquicamata lebten dort bis 2007, und sie ließen alles wie es war als sie weggezogen sind, selbst die Chipkartenleser an den Türen der Banken sind immer noch da. Die zweite Station befindet sich an einer Besucher-Plattform in der Mine, von wo aus man einen Eindruck von den Ausmaßen der Mine bekommt und ein paar Bilder von dem Tagebau in die riesige Grube (1 km tief, 5 km lang und etwa 3 km breit) schießen kann. Ich war ein wenig enttäuscht von der Tour, weil sie doch sehr kurz war und hätte mir den ein oder anderen halt mehr gewünscht, vielleicht auch in den Produktionsstätten und Schmelzen, oderdie Möglichkeit, tiefer in die Grube fahren, um einen besseren Eindruck der eigentlichen Arbeit zu bekommen. Dennoch sind die Mine und die riesigen Maschinen beeindruckend und die Tour ist auch kostenlos, also gibt es keinen Grund sich zu beschweren. Der Führer, ein Angestellter der Mine, wusste eine Menge von Fakten rund um die Mine und hat damit die Zeit im Bus recht gut überbrückt. Naja gut, ich hab insgesamt vielleicht die Hälfte davon verstanden, aber immerhin.

Alles in allem ist San Pedro de Atacama  natürlich eine interessante Stadt und man kann das gesamte Standard-Tourismus-Programm in vier Tagen zu abhaken, aber wenn man die Region wirklich kennen lernen will müsste man wohl ein oder zwei Wochen investieren. Außerdem muss ich ehrlich sagen, dass mir Pucons grüne, lebedinge Natur einfach besser gefallen hat, als San Pedros staubige Wüste. Nichtsdestotrotz war es in jedem Fall auch eine sehr interessante Erfahrung.

2 Kommentare 29.10.11 22:20, kommentieren

Lebenszeichen!!!

Hallo liebe Leserschaft! 

Ich habe mich jetzt ja schon wirklich lange nicht gemeldet,ein kleines Sorry an dieser Stelle. Allerdings habe ich momentan einfach nach der Arbeit keine Lust noch mehr zu schreiben, da ich dort ja schon täglich meine 1-2 Artikel schreibe und von Spanisch in Deutsch in Englisch umdenken muss. 

So nun aber zu den Nachträgen von Pucon und San Pedro (von der ILC Seite übernommen, für die hab ich diese Beiträge geschrieben habe):

Ich liebe Pucón. Es ist einfach etwas ganz anderes als Santiago. Alles ist grün, die Luft ist sauber und die Landschaft ist einfach unglaublich.

Die Fahrt im Bus von Santiago dauert etwa neun Stunden. Also habe ich am Freitag nach der Arbeit eine Übernachtfahrt genommen, um das lange Wochenende vom 07-10 Oktober gut auszunutzen und kam am Samstagmorgen um 9 Uhr in Pucon an. Ich rate an dieser Stelle dringend davon ab für Fahrten über 6-7 Stunden einen Bus der Comfortklasse "Classic" zu nehmen, man kann zwar schlafen, aber richtig gut fühlt man sich am nächsten morgen nicht.

Das Hostel, in dem wir untergebracht waren war sauber und die Besitzer waren freundlich, trotzdem war es ziemlich billig (CLP 5.000 $ pro Person pro Nacht). Direkt unterhalb der Herberge war das Büro von Backpackers, wo wir alle Touren, die unsere Gruppe an diesem Wochenende unternommen hat, gebucht haben.

Als erstes waren wir auf einem Ausritt zu einem der Berge. Die Tour zu Pferd startete in dem ca. 1,5 km von Pucón liegenden Dorf der Mapuche Bevölerung. Während des etwa drei Stunden Ritts kann man über das ganze Tal und die schöne Landschaft schauen. Da ich allerdings noch völlig platt war von der Busfahrt war mein Tag danach nicht mehr allzu lang: noch schnell die Tour für den nächsten Tag buchen, essen und dann tot ins Bett fallen.

Der Sonntag startete in der Mitte der Nacht, um 5 Uhr. Warum ich freiwillig so früh aufstehe? Um den Sonnenaufgang am Hang des Vulkans Villarica sehen zu können. Obwohl es etwa 6-7 Stunden dauert, um nach oben zu kommen, sollte man sich diese Erfahrung nicht entgehen lassen.

Unsere Tour begann auf einer Höhe von 1.500 Meter am Fußende des Skigebiets. Für eine Gruppe von etwa 15 Personen bekamen wir vier Führer zum Aufstieg der 1.300 Meter bis zur Spitze. Jede Stunde gab es eine kleine Pause für fünf bis zehn Minuten. Trotzdem ist die Tour noch sehr, sehr anstrengend.

Wichtig sind vor Allem genügend Wasser, Schokolade oder anderes Instant-Power-Food und Sonnencreme. Ich habe mir natürlich erstmal schön den Pelz im Gesicht verbrannt, obwohl ich mich alle zwei Stunden eingeschmiert habe.


Trotz all dieser unbequemen Tatsachen, ist die Tour erstaunlich. Man kann über die gesamte Region schauen und alle Berge und Vulkane im Umkreis sehen.Und wenn man dann den Gipfel erreicht ist alle Anstrengung der vergangenen Stunden wie weggewaschen. Wir blieben dort für nur 10 oder 15 Minuten, da es schweinekalt war, aber in den Krater zu schauen und das Wissen, dass man den Berg bewältigt hat, entschädigt auch dafür.

Als ich oben angekommen war ich total platt und kraftlos. Insofern war es gutl, dass mehr als die Hälfte des Abstiegs darin bestand die Hänge auf Kunststoff-Schlitten (diese Po-Rutscher) runter zu rutschen. Das einzige Problem dabei ist, dass man doch ziemlich schnell wird und dass der Schnee seinen Weg in jeden Teil der Klamotten findet. Als wir nach 9 oder 10 Stunden endlich wieder in der Herberge waren, freuten sich alle auf eine eine heiße Dusche, etwas Warmes zu essen und danach aufs Bett.

Bevor wir am Montag Abend dann wieder in den Bus nach Santiago eingestiegen sind haben wir uns noch mit einem Besuch der heißen Quellen Los Pozones belohnt. Nach zahlen des Eintritts, hat man vier Stunden Zeit, um ein Bad in den heißen Becken (25 ° bis 45 ° Celsius) zu nehmen. Es gibt einige andere heiße Quellen rund um Pucón, aber soweit ich weiß, ist Los Pozones ist diejenige, die am natürlichsten gestaltet ist. Die Becken sind aus Naturstein gebaut und der Boden ist mit Kies bedeckt, das Wasser ist absolut sauber, manchmal mit einem kleinen schimmernden Grünstich wegen der Mineralstoffe, die es enthält.

Die Fahrt von Pucon zu den Thermen dauert ca. 1 Stunde und die Busfahrer fahren wie die Henker, also nicht unbedingt etwas für Menschen mit Reiseübelkeit.

Danach gings dann aber leider doch wieder in die Smog-Stadt Santiago, ebenfalls wieder mit einem Übernachtbus, so dass wir morgen um halb 8 am Busterminal waren, ich fix nach Hause gefahren bin, geduscht habe und dann ins Büro gegangen bin. 

 

1 Kommentar 29.10.11 21:25, kommentieren

domingo 2 de octubre

Ein herzliches Hallo aus Santiago!

Wenn auch etwas verspätet hier mein Bericht über Valpo und meine erste Arbeitswoche:

 Zuerst mal zu Valparaiso (kurz Valpo): Nach nur zwei Stunden Busfahrt erreicht man die schöne Stadt mit den vielen Hügeln direkt an der Küste. Früher einmal wichtigster Hafen Chiles zieht die Stadt heute eigentlich vornehmlich Touristen an. Zwar gibt es dort immernoch Containerschifffahrt (etwa 2/3 der Container gehören im Übrigen Hamburg-Süd), aber längst ist der Hafen hinter neueren, größeren zurück gefallen.

Die Stadt an sich ist vor allem interessant, weil sich nur etwa 800 Meter ins Land hinein mehrere Hügel ziehen (zumeist eine Steigung von etwa 30 - 40%). Während der schmale Küstenabschnitt eher von Restaurants, Bars und Einkaufszentren gesäumt ist, wohnen die Einheimischen beinahe alle auf den Hügeln, ebenso, wie die Hotels und Hostels dort zu finden sind.

Bevor wir losgefahren sind, hatten wir natürlich kein Hostel o.Ä, reserviert und sind auf gut Glück losgezogen. Als wir angekommen sind hatte natürlich die Touristeninfo leider geschlossen und konnte uns keine Adresse vermitteln. Also sind wir ein bisschen durch die Stadt geirrt und haben schlussendlich in unseren Reiseführern geschaut, wo die meisten Herbergen angesiedelt sind und haben ein Taxi dort hin genommen. Keine 2 Minuten nach dem Aussteigen riefen uns zwei Kerle auf der Straße zu, ob wir ein Hostel suchen würden und so sind haben wir dann doch eine echt schöne Übernachtungsmöglichkeit bekommen, die grade erst dieses Jahr eröffnet hatte.

Den Rest des Samstags haben wir dann mit einer Erkundung der Stadt inklusive Besichtigung des Freilichtmuseums zugebracht. Das Freilichtmuseum ist eigentlich viel mehr ein Stadtteil in dem mehrere Künstler und Kunststtudenten der örtlichen Uni die Wänder der Häuser mit Malereien und Mosaiken verschönert haben. Das Neruda-Haus, das dort ganz in der Nähe liegt, haben wir allerdings gepflegt ausgelassen, denn das in Isla Negra ist einfach nicht zu toppen. 

Abends kam dann ein etwas unerwartetes Erlebnis:

Wir waren grade ins Taxi eingestiegen, um zu einem uns empfohlenen, italienischen Restaurant zu fahren, als plötzlich alles dunkel wurde. Auf unsere Nachfrage meinte der Taxifahrer dann nur "och das ist nur ein Stromausfall". Das hieß allerdings auch wirklich, dass Alles aus war: vom Privathaushalt, über Ampeln und Straßenlaternen bis hin zu den Stromversorgungen der Banken und Regierungsgebäude - eben alles, was keinen Dieselgenerator hatte. Naja gut, wir hatten dann ein Candlelightdinner zum angenehmen Standardpreis (hier wird standardmäßig mit Gas gekocht), aber es gab wohl auch einige Überfälle auf Geschäfte etc. Nach dem Essen, nach etwa 1,5 Stunden wollten wir dann zurück ins Hostel, denn was kann man schon wirklich machen bei einem Stromausfall in der Innenstadt? Also haben im im Stockdustren nach einem Taxi gesucht, verfolgt von den Straßenhunden, denen die Situation wohl auch nicht so ganz geheuer war. Nach ein paar hundert Metern kamen wir dann auf einmal zu einem Block, der anscheinend schon wieder Strom hatte, was wirklich sehr komisch war: vor einem alles hell erleuchtet mit blinkenden Reklamen und hinter einem alls schwarz. Da haben wir dann auch tatsächlich ein Taxi gefunden und sind zur Herberge zurück, wo zu dem Zeitpunkt auch noch kein Strom angekommen war. Im Endeffekt haben wir dann noch 2 Stunden mit der Besitzerin und einem anderen Gast Karten gespielt.

Der Stromausfall betraf im Übrigen knappe 10 Millionen Menschen in Chile und zog sich über mehrere Regionen inklusive Santiago. Damit war also die Hälfte der Chilenen für mindestens 1,5 Stunden bis teilweise zu 24 Stunden ohne Strom.

 Jetzt aber zu meiner Arbeit:

Nachdem ich Montag nur ein wirklich kurzes Gespräch mit der Redaktionsleiterin hatte - etwa: wer bist du genau? was sind deine Interessen? etc. - ging die eigentliche Arbeit dann am Dienstag los. Ich bin im Moment für die Aktuallisierungen im Kulturkalender auf der Website zuständig. D.h. ich suche im Netz nach Konzert-, Theater- und Ausstellungsterminen und stelle diese auf unsere Website (www.ilovechile.cl). Die Leute im Büro sind alle wirklich nett und das Durschnittalter liegt irgendwo bei 25. Die meisten kommen aus den USA, allerdings haben wir auch Chilenen und Briten dabei. Die Redaktion sitzt zusammen in einem großen Büro und so bleibt genug Zeit für Smalltalk am Arbeitsplatz. Etwas lustig ist, dass wir nur zwei feste Arbeitsplätze mit PC haben, also muss jeder seinen Laptop mitbringen, um wirklich arbeiten zu können. Leider unterstützt das Netzwerk kein Vista und so muss ich mein Netbook mitnehmen, was auf die Dauer natürlich etwas anstrengend wird von der Bildschirmgröße her.

Morgen bekomme ich meine Einweisung in die Software der Radiostation, damit ich Mittwoch mit meiner eigenen Sendung anfangen kann (immer Mittwochs 12-14 Uhr Ortszeit, also 17-19 Uhr deutscher Zeit - www.ilovechile.cl/radio) Außerdem soll ich wohl noch gelegentlich die Nachrichten sprechen und eine Sendung zusammen mit Andrew, unserem Briten, am Freitag bekommen. Freitag habe ich noch einen Artikel über die Verhandlungen zwischen den streikenden Studenten und der Regierung geschrieben. Ich bin also mittlerweile voll eingebunden und es macht wirklich Spaß dort zu arbeiten. Zumal meine Arbeitszeiten auch wirklich human sind: Morgens zwischen 10 und halb 11 gehts los und dann offiziell bis 17 Uhr, je nach Lage dauerts dann mal länger oder man kann früher gehen. 

So was noch? Achja, gestern war ich mit Maren noch auf dem Cerro San Cristobal, mit einer Höhe von ca. 980 Meter über N.N. überragt er die ganze Stadt und man hat bei klarer Sicht einen wirklich atemberaubenden Blick über die Stadt mit den Anden als Hintergrund. Ich sehe zu, dass ich demnächst mal eine Möglichkeit finde, die Fotos  als Webgallerie hochzuladen.

Gut ich denke, das wars erstmal von mir, war auch auch ne gute Menge an Informationen.

Nos vemos oder eher nos lemos,

Sven

1 Kommentar 2.10.11 22:20, kommentieren

Sabado 24 de Septiembre

hola chicos!

Heute gehts nach Valparaiso, eine etwas größere Küstenstadt in der Metropolitana Region! In einer Stunde fahren wir mit dem Bus aus Santiago los und werden dann wohl so anderthalb bis zwei Stunden Fahrtzeit haben bis dorthin. Bis Sonntag Nacht bin ich also auch erstmal nicht zu erreichen, da wir uns vor Ort ein Hostel von heute auf morgen nehmen werden, damit wir genug Zeit haben die Stadt in Ruhe an zu schauen. Im Laufe der Woche werd ich dann mal ausführlicher berichten, wie es war und natürlich auch wie meine Praktikumsstelle ist. 

Bis dahin haltet die Ohren steif!

Sven

1 Kommentar 24.9.11 14:41, kommentieren

Lunes 19 de Septiembre

Wunderschönen Montag Nachmittag bzw. in Deutschland Abend!


Nachdem ich mich wieder mal 4 Tage nicht zu Wort gemeldet habe, hier ein kleines Update:

Zu Aller erst ist es wohl wichtig zu sagen, dass zur Zeit in Chile die Unabhängigkeit gefeiert wird. Offizieller Feiertag ist der 18. September, allerdings wird hier die ganze Woche gefeiert und auch am heutigen Montag wird nicht gearbeitet. 

An dieser Stelle ein kleines Zitat von der sichersten Internetquelle überhaupt "Am 18. September 1810 wurde eine Junta ins Leben gerufen, die die Treue Chiles zum abgesetzten König Ferdinand VII. erklärte, und zwar als eine autonome Provinz innerhalb des spanischen Königreichs. Dieses Datum feiert man in Chile als den Beginn der Unabhängigkeit. Wenig später erklärte Chile seine totale Losbindung von Spanien und der Monarchie." 

Was passiert also während der fiestas patrias? Zunächst mal gibt es in mehreren Parks der Stadt so genannte "fondas", im Grunde genommen kleine Jahrmärkte mit einem Haufen Ramschständen, Essen und Musik bzw. Tanzprogramm. Traditionell wird gegrillt und mit der Familie gefeiert.

Wir waren am Samstag auf einer der kleineren fondas und haben uns das Ganze mal aus der Nähe angeschaut. Allerdings waren wir ehrlich gesagt etwas enttäuscht - für 2700 Pesos Eintritt (etwas unter 5 Euro) war nicht besonders viel los. Einzig im Zelt war wohl Stimmung, aber das funktioniert in etwa so, wie auf dem Oktoberfest, so dass wir gar keine Chance hatten überhaupt rein zu kommen.

Mag auch sein, dass die fehlende Stimmung daran liegt, dass jeder Santiagonese, der es sich leisten kann über die Feiertage verreist und sich vom Trubel der Großstadt erholt.

Eben dieses Bedürfnis hatten wir dann am Sonntag auch und so sind wir zum Cementerio Central bzw. Cementerio General gefahren, dem größten Friedhof von Santiago mit etwa 85 Hektar Fläche und geschätzen 2 Millionen Gräbern. Für Europäer ist das aber wirklich schwer zu fassen, der Friedhof hat eigene Straßen mit Straßennamen, teilweise sogar zweispurig und die Leute fahren mit dem Auto durch die Gegend. Außerdem stehen überall am "Straßenrand" Leute, die Eis, Chips und Getränke verkaufen. Allerdings nicht mit der spezifischen Zielgruppe "Touristen", sonder vor Allem für die Einheimischen, die da gerne zulangen. 

Nicht mal im Tod sind die Leute hier gleich, die extreme soziale Schere zeigt sich ziemlich stark. Die ärmeren Leute sind in Gebäuden beerdigt, die wie Regale angelegt sind - teilweise bis zu 9 Gräber übereinander und etwa 20 nebeneinander. Wohin gegen die Reichen sich Mausoleen von bis zu 15-20 m² errichten lassen - Noch dazu kommt, dass die Gräber auch örtlich von einander getrennt sind. Im Norden die "Massengräber" und im Süden die Prachtmausoleen. Alles in Allem war es jedenfalls sehr eindrucksvoll!

Heute gings dann in den parque O'Higgins (das erste Staatsoberhaupt des freien Chiles). Dort findet die große Militärparade anlässlich des Unabhängigkeitstages statt und der Präsident selbst zeigt sich dem Volk. Das Problem bei der ganzen Sache ist jedoch, dass es erstens extrem voll war und man nichts gesehen hat und zweitens, dass viele Chilenen im Moment nicht allzu gut auf die Regierung zu sprechen sind und den Präsidenten mal riguros ausgepfiffen haben. Auch da waren viele Familien, teilweise mit Zelt, die dann einfach mal mitten im Park gegrillt haben und die Kinder liefen umher und haben Drachen steigen lassen - so wie ich das erfahren habe ist das ebenfall eine Tradition zu den fiestas patrias.


Morgen geht dann meine letzte Woche Sprachschule los und danach fängt auch schon das Praktikum an!


soweit so gut,

feliz fiestas patrias

2 Kommentare 19.9.11 21:37, kommentieren

15.09.2011

Alloha!

Gestern hab ich das erste Mal in meinem Leben ein Erdbeben mit erlebt. Um 4:05 morgens bin ich aufgewacht, weil mein Bett gewackelt hat, hab mich umgeschaut und alles andere hat auch gewackelt. Noch bevor ich das aber alles richtig realisiert hatte, war es schon wieder vorbei und ich bin wieder eingeschlafen.

Habe dann erfahren, dass das Epizentrum in der Nähe von Valparaiso war und wir hier in Santiago noch irgendwas zwischen 5 und 5,5 auf der Richterskala hatten. Außerdem hab ich gelernt, dass Beben dieser Art hier nicht als Erdbeben bezeichnet werden, sondern als kleine Erschütterungen. Erst ab 7 wird von einem Erdbeben gesprochen.

Ansonsten ist allerdings gestern und heute nicht sonderlich viel passiert. Habe heute den ersten Teil meines Abschlusstest für das derzeitige Sprachniveau erfolgreich abgeschlossen und morgen folgt dann der zweite. Ich denke aber, dass es kein Problem wird, zumindest nicht, wenn dieser von der gleichen Schwierigkeit ist, wie der heute. 

Jetzt ist es grad 14 Uhr und um 18 Uhr findet in meiner Sprachschule noch ein kleiner Tanzkurs statt, zu dem ich dann nochmal hin fahre, außerdem feiert eine der Mitbewohnerinnen aus der zweiten Wohnung meines Vermieters heute Abend ihren Abschied ab 9. Da muss ich dann wohl auch noch hin, obwohl ich z.Z. ehrlich gesagt noch nicht so die große Lust habe. 

Liebe Grüße aus Santiago

 

1 Kommentar 15.9.11 19:14, kommentieren