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domingo 2 de octubre

Ein herzliches Hallo aus Santiago!

Wenn auch etwas verspätet hier mein Bericht über Valpo und meine erste Arbeitswoche:

 Zuerst mal zu Valparaiso (kurz Valpo): Nach nur zwei Stunden Busfahrt erreicht man die schöne Stadt mit den vielen Hügeln direkt an der Küste. Früher einmal wichtigster Hafen Chiles zieht die Stadt heute eigentlich vornehmlich Touristen an. Zwar gibt es dort immernoch Containerschifffahrt (etwa 2/3 der Container gehören im Übrigen Hamburg-Süd), aber längst ist der Hafen hinter neueren, größeren zurück gefallen.

Die Stadt an sich ist vor allem interessant, weil sich nur etwa 800 Meter ins Land hinein mehrere Hügel ziehen (zumeist eine Steigung von etwa 30 - 40%). Während der schmale Küstenabschnitt eher von Restaurants, Bars und Einkaufszentren gesäumt ist, wohnen die Einheimischen beinahe alle auf den Hügeln, ebenso, wie die Hotels und Hostels dort zu finden sind.

Bevor wir losgefahren sind, hatten wir natürlich kein Hostel o.Ä, reserviert und sind auf gut Glück losgezogen. Als wir angekommen sind hatte natürlich die Touristeninfo leider geschlossen und konnte uns keine Adresse vermitteln. Also sind wir ein bisschen durch die Stadt geirrt und haben schlussendlich in unseren Reiseführern geschaut, wo die meisten Herbergen angesiedelt sind und haben ein Taxi dort hin genommen. Keine 2 Minuten nach dem Aussteigen riefen uns zwei Kerle auf der Straße zu, ob wir ein Hostel suchen würden und so sind haben wir dann doch eine echt schöne Übernachtungsmöglichkeit bekommen, die grade erst dieses Jahr eröffnet hatte.

Den Rest des Samstags haben wir dann mit einer Erkundung der Stadt inklusive Besichtigung des Freilichtmuseums zugebracht. Das Freilichtmuseum ist eigentlich viel mehr ein Stadtteil in dem mehrere Künstler und Kunststtudenten der örtlichen Uni die Wänder der Häuser mit Malereien und Mosaiken verschönert haben. Das Neruda-Haus, das dort ganz in der Nähe liegt, haben wir allerdings gepflegt ausgelassen, denn das in Isla Negra ist einfach nicht zu toppen. 

Abends kam dann ein etwas unerwartetes Erlebnis:

Wir waren grade ins Taxi eingestiegen, um zu einem uns empfohlenen, italienischen Restaurant zu fahren, als plötzlich alles dunkel wurde. Auf unsere Nachfrage meinte der Taxifahrer dann nur "och das ist nur ein Stromausfall". Das hieß allerdings auch wirklich, dass Alles aus war: vom Privathaushalt, über Ampeln und Straßenlaternen bis hin zu den Stromversorgungen der Banken und Regierungsgebäude - eben alles, was keinen Dieselgenerator hatte. Naja gut, wir hatten dann ein Candlelightdinner zum angenehmen Standardpreis (hier wird standardmäßig mit Gas gekocht), aber es gab wohl auch einige Überfälle auf Geschäfte etc. Nach dem Essen, nach etwa 1,5 Stunden wollten wir dann zurück ins Hostel, denn was kann man schon wirklich machen bei einem Stromausfall in der Innenstadt? Also haben im im Stockdustren nach einem Taxi gesucht, verfolgt von den Straßenhunden, denen die Situation wohl auch nicht so ganz geheuer war. Nach ein paar hundert Metern kamen wir dann auf einmal zu einem Block, der anscheinend schon wieder Strom hatte, was wirklich sehr komisch war: vor einem alles hell erleuchtet mit blinkenden Reklamen und hinter einem alls schwarz. Da haben wir dann auch tatsächlich ein Taxi gefunden und sind zur Herberge zurück, wo zu dem Zeitpunkt auch noch kein Strom angekommen war. Im Endeffekt haben wir dann noch 2 Stunden mit der Besitzerin und einem anderen Gast Karten gespielt.

Der Stromausfall betraf im Übrigen knappe 10 Millionen Menschen in Chile und zog sich über mehrere Regionen inklusive Santiago. Damit war also die Hälfte der Chilenen für mindestens 1,5 Stunden bis teilweise zu 24 Stunden ohne Strom.

 Jetzt aber zu meiner Arbeit:

Nachdem ich Montag nur ein wirklich kurzes Gespräch mit der Redaktionsleiterin hatte - etwa: wer bist du genau? was sind deine Interessen? etc. - ging die eigentliche Arbeit dann am Dienstag los. Ich bin im Moment für die Aktuallisierungen im Kulturkalender auf der Website zuständig. D.h. ich suche im Netz nach Konzert-, Theater- und Ausstellungsterminen und stelle diese auf unsere Website (www.ilovechile.cl). Die Leute im Büro sind alle wirklich nett und das Durschnittalter liegt irgendwo bei 25. Die meisten kommen aus den USA, allerdings haben wir auch Chilenen und Briten dabei. Die Redaktion sitzt zusammen in einem großen Büro und so bleibt genug Zeit für Smalltalk am Arbeitsplatz. Etwas lustig ist, dass wir nur zwei feste Arbeitsplätze mit PC haben, also muss jeder seinen Laptop mitbringen, um wirklich arbeiten zu können. Leider unterstützt das Netzwerk kein Vista und so muss ich mein Netbook mitnehmen, was auf die Dauer natürlich etwas anstrengend wird von der Bildschirmgröße her.

Morgen bekomme ich meine Einweisung in die Software der Radiostation, damit ich Mittwoch mit meiner eigenen Sendung anfangen kann (immer Mittwochs 12-14 Uhr Ortszeit, also 17-19 Uhr deutscher Zeit - www.ilovechile.cl/radio) Außerdem soll ich wohl noch gelegentlich die Nachrichten sprechen und eine Sendung zusammen mit Andrew, unserem Briten, am Freitag bekommen. Freitag habe ich noch einen Artikel über die Verhandlungen zwischen den streikenden Studenten und der Regierung geschrieben. Ich bin also mittlerweile voll eingebunden und es macht wirklich Spaß dort zu arbeiten. Zumal meine Arbeitszeiten auch wirklich human sind: Morgens zwischen 10 und halb 11 gehts los und dann offiziell bis 17 Uhr, je nach Lage dauerts dann mal länger oder man kann früher gehen. 

So was noch? Achja, gestern war ich mit Maren noch auf dem Cerro San Cristobal, mit einer Höhe von ca. 980 Meter über N.N. überragt er die ganze Stadt und man hat bei klarer Sicht einen wirklich atemberaubenden Blick über die Stadt mit den Anden als Hintergrund. Ich sehe zu, dass ich demnächst mal eine Möglichkeit finde, die Fotos  als Webgallerie hochzuladen.

Gut ich denke, das wars erstmal von mir, war auch auch ne gute Menge an Informationen.

Nos vemos oder eher nos lemos,

Sven

2.10.11 22:20

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