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Nachtrag San Pedro

Wir haben am Freitag morgen um 5 Uhr ein TransVip-Shuttle zum Flughafen genommen, da waren wir eine Gruppe von etwa 15 Personen war es billiger als ein Taxi. Weil ich in der Nacht nur etwa 3 Stunden geschlafen hatte war nicht viel mit dem wunderschönen Anblick der Anden aus dem Flugzeug, stattdessen hab ich die anderthalb Stunden noch mal zum weiterschlafen genutzt.

Der ursprüngliche Plan für den Tag war es, die Minen in der Nähe von Calama direkt nach unserer Ankunft dort zu besuchen, aber das Bergbauunternehmen erzählte uns, dass es zu gefährlich wäre, weil es zu windig war. Also gingen wir zum Terminal de Buses von Turbus und Pullman, dort hätten wir allerdings führ mehr als 3 Stunden warten müssen. Dementsprechend haben wir uns für eine kleinere Busunternehmen entschieden. In Calama sollte man gut auf sein Gepäck aufpassen! Der Rucksack von einem der Mädels unserer Gruppe wurde gestohlen, mit ihrer Kreditkarte, Netbook, Bargeld im Wert von über 200 € und einer brandneuen Soft-Shell-Jacke. Obwohl wir die ganze Zeit beim Gepäck saßen, hat es doch jemand geschafft irgendwie ihre Tasche zu klauen.

Unsere Gruppe war im Backpackers Hostel in San Pedro, das wirklich ganz schön ist: Mit Feuerstelle und hauseigenem Grill zum benutzten im Hinterhof und dazugehörigen Hängematten und liegen.


Freitag Nachmittag waren wir dann Sandboarden und danach haben wir uns den Sonnenuntergang im Valle de la Luna angeschaut.Es wird  eiskalt, sobald die Sonne untergegangen ist, also wäre warm anziehen angesagt gewesen, naja gut das wussten wir dann für die nächsten Tage. Der Tag endete für uns in einem Restaurant in der Nähe des Büros von Turbus, wo wir wirklichlecker gegessen haben und es war auch nicht zu teuer, etwa CLP $ 4.000 für einen großen Teller in Kombination mit einem Glas Wein, rot oder weiß.

Samstag morgen haben wir uns ein Fahrrad gemietet und sind  zu den Ruinen von Quitor ca. 3 km nördlich von San Pedro de Atacama gefahren. Quitor war einer der letzten Festungen der Inka und wehrte mehrere Angriffe von den spanischen Eroberern ab, darunter Pedro de Valdivia. Eigentlich wollten wir den alten Tunnel nach Argentinien sehen, aber wir hatten nicht genug Wasser dabei, also haben wir uns entschieden nach San Pedro zurückkehren, auch um pünktlich für den Start der nächsten Tour wieder dort zu sein. Auf dem Rückweg kamen uns dann mal eben zwei LKW voll mit Porsche entgegen! Warum braucht man bitte einen Porsche mitten in der Wüste, wo man ihn sowieso nicht fahren kann und man jeden Augenblick um Kratzer im Lack fürchten muss?


Am Nachmittag nahmen wir eine geführte Tour zur Laguna Cejas, den Ojos de Salar und der Laguna Tebinquinche, die etwa vier oder fünf Stunden dauerte. Es war okay, aber nichts Besonderes - floating in den Lagunen ist cool, aber wenn man dann weiß, dass zwei von drei  Lagunen künstlich von Menschenhand geschaffen sind stellt sich die Frage, ob es wirklich Zeit und Geld wert ist.


Was war für Sonntag noch übrig? Zur Vervollständigung des standart Touri-Pakets, haben wir uns entschlossen weiter nach Süden bis zu den Lagunen von Miscanti und Miñiques zu fahren. Beide liegen auf etwa 4.200 Meter Höhe und sind wirklich großartig, die Farbkombinationen sind einfach genial. Bei diser Höhe sollte man dann schon ein wenig mit der Höhenkrankheit aufpassen,  allerdings kann man in fast allen Geschäften in San Pedro Coca Blätter kaufen, die gegen die  Auswirkungen der Höhe helfen sollen. Man kann sie entweder kauen oder einen Tee daraus kochen. Es gibt Bonbons in den Läden. Ich hatte zwar keine wirklichen Probleme, aber manche Leute bekommen ziemlich üble Kopfschmerzen davon. Wenn das der Fall ist, sollte man definitiv eine Pause machen und eventuell auch umkehren.

Nach dem Lagunen haben wir ein sehr leckeres Mittagessen in einem kleinen Restaurant in Socaire bekommen. Wenn es nicht zur Tour gehört hätte, wäre ich allerdings nie auf die Idee gekommen dort anzuhalten, weil es schlicht weg völlig unscheinbar war und genausogut ein Wohnhaus hätte sein können, aber unser Fahrer kannte den es ja zum Glück. Wir hatten einen wirklich sehr, sehr guten Rinderschmorbraten mit Reis, roten Kartoffeln und einem einheimischen Gemüse, dessen Namen ich grade vergessen habe: im prinzip eine Art kleinerer Reis und angeblich extrem antioxidanzreich. Den ganzen Weg zur nächsten Station der Tour habe ich mal wieder verschlafen, aber nach dem Essen schläft sichs nunmal einfach wirklich gut und dazu die Höhe.Ich denke, es dauerte so ungefähr eine halbe Stunde von dort zur Lagune Chaxa, wo man Flamingos beobachten kann. Die Lagune ist nur 20 Minuten vom Toconao entfernt, genau in der Mitte des Salzsees, der übrigens der drittgrößte in der Welt ist wie uns unser Führer erzählt hat. Nach einem kurzen Stopp inToconao für ein Eis und ein paar Fotos vom Platz mit dem alten Kirchturm ging es dann wieder nach San Pedro.

Am Montag haben wir dann letzendlich doch nocht geschafft, die Tour zu Kupfermine Chuquicamata zu machen, die  ca. 15 Minuten nördlich von Calama liegt.Die gesamte Tour dauert zwei Stunden im Bus mit zwei kleinen Stopps, einer in der ehemaligen Stadt der Minenarbeiter und eines direkt in der Mine. Die Geisterstadt ist irgendwie beeindruckend, weil man denken könnte, dass  jeden Moment jemanden aus den Häusern kommen könnte. Die Mitarbeiter von Chuquicamata lebten dort bis 2007, und sie ließen alles wie es war als sie weggezogen sind, selbst die Chipkartenleser an den Türen der Banken sind immer noch da. Die zweite Station befindet sich an einer Besucher-Plattform in der Mine, von wo aus man einen Eindruck von den Ausmaßen der Mine bekommt und ein paar Bilder von dem Tagebau in die riesige Grube (1 km tief, 5 km lang und etwa 3 km breit) schießen kann. Ich war ein wenig enttäuscht von der Tour, weil sie doch sehr kurz war und hätte mir den ein oder anderen halt mehr gewünscht, vielleicht auch in den Produktionsstätten und Schmelzen, oderdie Möglichkeit, tiefer in die Grube fahren, um einen besseren Eindruck der eigentlichen Arbeit zu bekommen. Dennoch sind die Mine und die riesigen Maschinen beeindruckend und die Tour ist auch kostenlos, also gibt es keinen Grund sich zu beschweren. Der Führer, ein Angestellter der Mine, wusste eine Menge von Fakten rund um die Mine und hat damit die Zeit im Bus recht gut überbrückt. Naja gut, ich hab insgesamt vielleicht die Hälfte davon verstanden, aber immerhin.

Alles in allem ist San Pedro de Atacama  natürlich eine interessante Stadt und man kann das gesamte Standard-Tourismus-Programm in vier Tagen zu abhaken, aber wenn man die Region wirklich kennen lernen will müsste man wohl ein oder zwei Wochen investieren. Außerdem muss ich ehrlich sagen, dass mir Pucons grüne, lebedinge Natur einfach besser gefallen hat, als San Pedros staubige Wüste. Nichtsdestotrotz war es in jedem Fall auch eine sehr interessante Erfahrung.

29.10.11 22:20

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Domi (30.10.11 17:27)
Klingt ziemlich cool! Muss echt beeindruckend sein, so einen gewaltigen Tagebau mal direkt vor den Augen zu haben, kann mir gut vorstellen, dass die Maschinen ziemlich krass sind!
Deine gechillte Einstellung zu den Lagunen ist übrigens für Leute, die sowas nicht vor der Nase haben, etwas unverständlich! Neid! :D
Auf jeden Fall noch weiterhin viel Spaß!

PS: Deutschlehrer und Standart? Nejnejnej... :p

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